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Beobachtung einer sonderbaren Krankheit unter Karpfen (1796)

Amphibien, Reptilien, Euthanasie

 

Zwierlein, Konrad Anton
Beyträge zur praktischen Vieharzneykunde
Göttingen, 1796

Im November 1793 kaufte ich einen Centner Speisekarpfen in hiesiger Nachbarschaft, die ich in einem Fischkasten am Sinnfluß aufbewahrte.
Die ersten acht Wochen erhielten sich die Fische gut, und hatten einen trefflichen Geschmack. Gegen Ende des Jänner 1794 fiengen die Karpfen an, einen faden Geschmack beym Verspeisen zu haben, und das Fleisch war nicht mehr ganz weiß wie vorher, sondern ganz wenig röthlich. Endlich fiengen auch Fische an abzustehen, wöchentlich 1 bis 3 Stück; im März, da es wärmer wurde, wöchentlich 4 bis 6 Stück.
Im April und Mai stunden noch immer von Zeit zu Zeit einige ab, durchgehends die größten. Vom Juni an stand gar keiner mehr ab. In allem waren 42 Stück drauf gegangen.

Bey den abgestandenen Fischen war nichts besonderes zu bemerken, als eine merklich größere Gallenblase und äußerlich einige blutige Flecken, wo die Schuppen weg waren. Nur bey manchen Fischen waren solche Flecken ersichtlich. Das Fleisch war bey allen sehr weich.

Vom Juni an waren die übrig gebliebenen Karpfen nicht mehr zu genießen, obschon sie das beßte Aussehen gesunder Fische hatten, und sich im Wasser sehr munter bewegten.
Manche hatten auch auswendig einige kleine rothe Flecken ohne Schuppen; bey allen aber fand sich ein etwas weniges größere Gallenblase. Das Fleisch eines abgeschlachteten Karpfen war inwendig fest, etwas weniger röthlich, und hatte einen Geruch wie ein gesunder Fisch. Zubereitet, auf welche Art es immer geschah, gebacken oder gesotten, wurde der Fisch breyweich, hatte gar keinen Geschmack.
Der Geruch war gut, und die Farbe blieb wie sie vor der Zubereitung war.
Ich ließ nun alle paar Wochen einen Karpfen zur Probe zubereiten, um zu sehen, ob sich indessen die Krankheit nicht geändert habe; das Fleisch wurde aber jedesmal breyweich.
Uebrigens blieben die Fische munter bis im späten Herbst, und wurden auch noch immer bey der Zubereitung ganz weich; ich ließ daher den Rest in den Sinnfluß werfen.

Die Karpfen waren, ehe ich sie bekam, in einem Wasser gewesen, das dem hiesigen ganz gleich seyn soll; auch hatte ich schon mehrere Jahre durch, zwar nicht vom nemlichen Orte, aber doch aus jener Gegend, jährlich Karpfen erhalten, im nemlichen Wasser und Fischkasten hier aufbewahrt, und sie hielten sich immer recht gut, und blieben schmackhaft bis ans Ende.

Das Futter, so ich ihnen geben ließ, war abwechselnd Brod, Treber und gesottene Kartoffeln.
Mangel an Wasser hatten die Fische im Kasten nie gehabt; auch war das Behälter vorher wohl ausgereinigt worden.
Ich erkundigte mich in den Schriften über diese Karpfenseuche, aber nirgends fand ich eine Beschreibung, oder Auskunft und Belehrung darüber.
Ich wand mich nun an Fischer und andere, die auch immer Karpfen gehalten hatten. Aber alle diese schienen keine große Karpfendoktor zu seyn; sie kannten weder die Krankheit noch Mittel dagegen.
Es war mir nicht so wohl um die Karpfen, als um die Kenntniß der Krankheit zu rhun.

Was für eine Krankheit sollten wohl diese Karpfen gehabt haben?
Was könnte die Ursache davon seyn?
Kennt jemand Mittel dagegen? und welche?

 



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