FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018




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FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018

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Über die Ernährung des Karpfen

Amphibien, Reptilien, Euthanasie

 

Gaius Plinius Secundus (Plinius der Ältere)
(aus: „Naturalis Historiae“, Liber IX, Cap. XXIII, 1. Jhd.)

[…] gustu olei maxime, dein modicis imbribus gaudent alunturque: quippe et harundines quamvis in palude prognatae non tamen sine imbre adolescunt; et alias ubicumque pisces in eadem aqua adsidui, si non affluat, exanimantur. […]

Übersetzung:

Sie [allgemein die Fische] erfreuen sich am meisten am Geschmack des Öls und danach daran durch maßvolle Regengüsse ernährt zu werden: denn auch Schilfhalme, welche noch so sehr im See entsprossen, werden dennoch nicht ohne Regengüsse heranwachsen; und wann oder wo auch immer sterben im selben [alten] Wasser ansässige Fische, wenn es nicht [frisch] hinzufließt.



Hildegard von Bingen
(aus: „Physica“ / Liber [Simplicis Medicinae] V – „De Piscibus“ - Cap. XI – „De Carpone“ , 12. Jhd.)

De Carpone
Carpo plus calidus est quam frigidus, et diem magis diligit quam noctem, et calorem paludum in se habet, atque de paludibus molles et infirmas carnes tenet. Et in eis pascua quaerit, ac in spume aquarum libenter versatur.
[…]
Sed idem piscis inderdum in puram aquam nat et in ea se bachelt, et tunc etiam in ea pascuis mundis vescitur, et ibi etiam de succo cujusdam terrae trahit, et quasdam herbulas ibi comedit, de quibus fecunditatem accipit. […]

Übersetzung:

Von dem [über den] Karpfen
Der Karpfen ist mehr warm als kalt und liebt den Tag mehr als die Nacht. Auch hat er die Wärme der Sümpfe in sich und besitzt daher von den Moorseen ein mildes und schwaches [mageres] Fleisch. Ebenso sucht er in ihnen die Weide auf und verweilt dazu gerne im (Ab-)Schaum des Wassers.
[…]
Aber derselbe Fisch schwimmt manchmal auch in klarem Wasser und bächelt sich [wärmt sich im Sonnenschein] in diesem. Genau dann nährt er sich dort ebenfalls von einer sauberen Weide und dabei nimmt er sowohl von dem Saft einer gewissen Erde, als auch verzehrt er bestimmte Kräuter dort, von denen er Fruchtbarkeit erhält. […]


 

Johann/-es/Jan Daubrawiczky (Ianus Dubravius)
(aus: „Iani Dubravii De Piscinis Ad Antonium Fuggerum“, Lib. IV - Cap. IV - „De alimentis Cyprinorum“, 1547)

De alimentis Cyprinorum
Iam et si piscibus commune sit omnibus, praecipuam alimentorum suorum partem ex aquis capere: sunt praeterea tamen alii quoque cibi suo cuique piscium generi secundum naturam suam velut proprii. Nam, ut Aristoteles tradit, Congri Muraenae Lupi carne tantum vescuntur: Mulli carne & alga: Scarus alga tantum modo: Salpa alga & stercore: Capitones limo; ac ne persequar alios quos nunc persequi non est nercesse, ipse adeo noster Cyprinus limo pascitur & arena glebae permixta. Et quanquam ide a carne abstinet, lumbricos tamen terra erumpentes culicesque & miscas aquis supervolitantes libentissime dapis gratia consectatur, adeo ut si prope ociosus ambules, auremque tacitam, dum insecta vernatur, adhibeas, clare exaudias, ore illum suo quasi poppysmata aedere. Qui distinctius de pastionibus Cyprinorum loquuntur, hanc ex insectes pastionem, modo aestivam modo supernatantem [original: „supernatem“, wahrscheinlich gemeint: „supernatum“] cognominant: quonima sursum versus in summa vel tellure vel aqua huius modi insecta per aestatem serpant volitentque. Illam vero alteram, quam in fundo piscinae limus & arena Cyprinis subministrat, appellant infernatem [wahrscheinlich gemeint: „infernatum“], quia inferius sita est. Adduntque, priore illa quam hac posteriore, non solum melius Cyprinos faginari, sed etiam carne fieri teneriores. Nec id sine ratione, quod ea, quae iucindius suaviusque sumuntur, melius etiam teneriusque nutriant. Non est autem dubitandum, quin hyeme quoque in latebris altioris aquae conditi terreno pastu alantur: quando quidem illorum cubilia haud aliter tunc excavata deprehenduntur, quam sues volutabra sua excavare assolent. Vulgus insuper frumento aqua macerato, eique potui, quem a Cerere vocamus cerevisiam, destinato, clausos in ligneis vivariis Cyprinos pasci decrevit. Praeterea figulari creta modico ignis calore adusta fracibusque olei subacta; quippe ex hoc pabulo pinguius etiam quam ex frumento Cyprinus faginam induit. Itaque mirari interdum fatis non est miram Plinii diligentiam, ut quam ne hoc quidem olei condimentum, quo piscium obsonia interdum condiuntur, effugere potuerit. Sic enim, sed valde strictim, libro nono, & quati per transennam hanc rem aspiciens: Gustu (inquit) olei maxime, dein modicis imbribus gaudent alunturque.


 


Ippolito Salviani
(aus: „Aquatilium Animalium Historiae Liber Primus“, 1558)

[…] Athenaeus Aristotelis authoritate
Carniuorum ac gregalem Cyprinum esse testatur […]

Übersetzung:

Athenaeus [sagte] durch Zeugnis des Aristoteles […]
er versichert, daß der Karpfen ein Fleischfresser und auch ein Herdentier sei


 

Conrad Ges(s)ner (Conradus Gesnerus)
(aus: „Historiae Animalium Liber IIII. Qui est de Piscium & Aquatilium animantium natura“, 1568)

[…] Carniuorus non esse […]
cum herbis, muco, luto uescatur. […]

Übersetzung:

Fleischfressender nicht seiend […]
weil er [der Karpfen] sich von Pflanzen, Schleim [Schlamm], Lehm nähre.



Johanne Adamo Webero
(aus: „Curiose und Fruchtreiche Discursen“, 1677)

[…] Wer einen Fischteich anrichten will, der soll wissen, daß der jenige Ort und Grund hier zu bequemer sey, welcher zimlich fett, feucht und nicht gar zu dick seye, insonderheit wenn er Karpfen darinn auferziehen will. Nichts destoweniger kann auch der rauhe, kiesichte, steinigte, sandigte Grund, wo er nur mit fetter Erde untermischet ist, darzu angewendet werden. Die Quellwasser und allezeit feuchte Sümphigkeit sind hierzu untüglich. Vor einem unfruchtbaren Ort solle man sich hüten: Dann selbiger, weil er keinen Safft hat, ist insonderheit den Karpfen, welche davon ihre Nahrung und Fettigkeit erlangen, höchst schädlich. […]



Johann Leonhard Buggel (Hrsg.)
(aus: „Der zu vielen Wissenschafften dienstlich-anweisende Curiöse Künstler“, 1703)

[…] Wer Karpffen in einer kleinen Weyer-Gruben behalten und fette machen will, der schlage […] einen Kasten in den Boden des Weyers . Fülle den Kasten aus mit Letten, worinnen grosser Weizen oder geschrottene Bohnen geknettet seyn, lasse dann das Wasser über solchen Kasten anlauffen, und besetze den Weyer mit Karpffen, die suchen von dem Letten die Nahrung, und werden fette davon. […] Nimm zerrieben Malz, und knette es in Letten oder Leimen [in Ton oder Lehm], oder […] mache Brod daraus, […] wirff eines in den Hälter. Wann sie das aufgelecket haben, so wirff das andere darein, und so fort an. […] Darnach die Fische seyn, darnach muss man auch die Hälter speissen […] Etliche lassen ein Faß voller Löcher um und um her auf den Seiten und Boden bohren, und thun gemahlen Malz darein. Etliche nehmen guten fetten Leimen, der fein klein geklopffet ist, mengen ihn unter das Malz, thun es zusammen in das Faß, schlagen es feste zu. Wann nun die Karpffen das Faß auf und nieder stossen und bewegen, so kommt das Malz und Leimen heraus, leimet das Wasser, und machet es fein süsse und fett, davon haben dann die Fische ihre Speisse und Nahrung. Item etliche lassen von eiteln Malz, darunter ein wenig Weitzen-Mehl, daß es fein bey einander bleibt, Brod backen. Etliche aber, damit es nicht viel kosten möge, lassen von gemahlenem Malz und Leimen unter einander geknettet Brode backen, und werffen sie, nach Gelegenheit der Hälter, hinein, zu und zu und zu vieren, wo die Teiche groß sind auch mal achte, daran liegen nun die Karpffen und saugen, stossen sie im Teiche immer fort, darvon wird das Wasser geleimet und fett, und haben darnach ihre Nahrung nicht allein vom Brod sondern auch von geleimten Wasser. […]



Leonhard Christoph Sturms
(aus: „Vollständige Anweisung Wasser-Künste / Wasserleitungen / Brunnen und Zisternen wohl anzugeben“, 1720)

[…] Der beste aber und beständigste Zufluß von Wasser ist, der durch den von umher liegenden höheren Feldern geschehende abfließende Regen entstehet, weil derselbige insgemein allerley zu der Nahrung der Fische beytragendes mit sich zu bringen pfleget, welches keiner Art von Fischen zuwider ist. Die andere und gewisseste Art von Zufluß hingegen geschiehet durch einen beständigen von einer starcken Quelle irgendwo herkommenden Bach […] und in specie schicken die sumpfichten Bäche sich besser vor Karpfen. […]



Christoph Riegeln (Hrsg.)
(aus: „Sächsisches- und Brandenburgisches Land- und Hauß Wirthschafftsbuch“, 1730)

[…] Deßwegen [zur Haltung in Einsätzen und Behältern] muss ein Landmann drauf sehen, daß den in Behältern gehenden Karpfen […] Brod, Malz, Treber oder von Leim, Kleyen und Schaaf-Mist geknettete oder gebackene Kugeln zu Zeiten fürgeworffen werden mögen. […]



Johann Heinrich Zedler (Hrsg.)
(aus: „Grosses Vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste“, 1737)

[…] Sonst ist unnötig die Karpffen in einem Teiche zu füttern, denn es gehet gemeiniglich mehr dabey auf als es Nutzen bringet, sie gewöhnen sich an die ihnen gegebene Schleckerey, und nehmen hernach die natürliche Weide nicht mehr an, davon sie in Wachsen mehr gehindert als gefördert werden; es wäre denn daß sie mit feisten Koth, andern guten Erdreich oder kurtzen Miste geschehe; so soll man sie auch mit dem Brode nicht verwöhnen, weil sie hernach mehr ab- als zunehmen, wenn sie es nicht beständig haben können. In denen Fisch-Hältern aber will es allerdings eine Notwendigkeit seyn, sie zu füttern, und giebet man ihnen insgemein darinne geschroten Maltz, Trebern, Brod und dergleichen: Etliche thun solches in ein Faß, das mit vielen Löchern durchbohret ist, davon das Wasser trübe gemachet wird, und die Fische also ihre Nahrung haben: oder man pfleget ihnen auch wohl aus Leimen, Kleyen und Schaaf-Mist geknetete und gebackene Kuchen zu Zeiten vorzuwerffen. […] Wenn man Honig mit Teige vermischet, so gehen sie gerne darnach. Man pfleget ihnen auch einen Tag oder vier klein gekrümmelt Brod ins Wasser zu werffen, und sie damit zu körnen, an dem Orte, da man meinet, daß sie sich aufhalten, so gewohnen sie dahin, alsdenn angelt man da und fänget sie heraus.



Christian Heinrich Schweser
(aus: Gabriel Nicolaus Raspe/Hrsg./ „Germani Philoparchi - Kluger Forst- und Jagdbeamte […]“, 1774)

[…] Die Karpfen sind gerne in leimigten, sandigten, schlammigten und lättigten Gründen, aber wo leimigter Boden ist, da bleiben sie dünne und schmal, sie haben aber einen guten Geschmack, und hübsch weiß Fleisch, und werden sein fett; aber im schlammigten, mergelichten Gründen schmecken sie zuweilen modericht, und da muß man etliche große Schleyen bey ihnen in den Teich haben, daß sie ihnen im Schlamm und Koth vorarbeiten, daß sie hernach gehen können. […] Die Schleyen […] So schmecken sie auch sehr nach dem Schlamm; aber dies können sie auch von der Speise haben, wann sie Schlamm essen, wie dann auch die Karpfen in den großen schlammigten Seen, gar sehr nach dem Schlamm schmecken, und die Vögel nach den Fischen, die viel Fische essen.


 
Marcus Elieser Bloch
(aus: „Ökonomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands“, 1782/83)

[…] Dieser Fisch [der Karpfen] lebt, so wie die übrigen seines Geschlechts, von Kräutern, fetter Erde, Würmern und Wasserinsekten: vorzüglich liebt er den Schaafmist und gedeihet daher am besten in solchen Teichen, in welchen der Regen den Mist von den Schafhorden hineinführet. […] Die Nahrung des Karpfen besteht in einer fetten Gewächserde, welche, wie andere schwarze Gartenerde, aus verfaulten Pflanzen nach und nach in dem Wiesengrunde entstanden ist. Sie wühlen tief in diese Erde und fangen daraus einen fetten Nahrungssaft, wie man davon bei dem Ablassen der Teiche in den […] Löchern noch Merkmale wahrnehmen kann. Wenn die Gewächserde auf einem festen Lehmgrund liegt; so findet der Karpfen noch bessere Nahrung, indem er auch aus jenem noch welche aussaugt. Ausserdem nähren sie sich von allen in die Fäulniß gerathenen Pflanzen und Wurzeln, imgleichen von den jungen Wasserpflanzen; hauptsächlich dienen ihnen im Sommer die Wasserinsekten und Würmer zu einer nährenden Speise. […] Es lässt sich auch diese dadurch vermehren, wenn man Viehtränken bei den Teichen anleget, damit der Mist des Viehes noch mehrere nährende Theilchen hineinbringe. Wenn es die Lage des Viehhofes zuläßt; so leitet man die Mistjauche in den Teich, imgleichen die Küchengosse und das übrige Seywasser, welches nach abgezogenem Kofent zurückbleibt; auch wirft man Lehm mit Schaafslorbeeren zusammengeknetet in Tonnen, die mit kleinen Löchern durchbohrt sind, in die Tiefe, damit die Karpfen davon saugen mögen; andere werfen Bohnen, Erbsen, geschnittene Erdäpfel, Rüben, Sey, verfaultes Obst, altes Brodt, verdorbenes Fleisch und Oelkuchen hinein, welches die Karpfen begierig verschlingen. Allein alles dieses würde im Großen zu kostbar fallen und was man in großen Wirthschaften zum Vortheil der Nahrung der Karpfen in den Teichen thun könnte, wäre, daß man im Sommer den frischen Unrath des Viehes, die Pferdeäpfel, die Schaafslorbeeren und Kuhfladen entweder mit Lehm vermischt, oder Mist, von Zeit zu Zeit Fuderweise werfen ließe; jedoch muss man […] mit dieser Fütterung ununterbrochen fortfahren. Verschiedene Wirthe lassen im Winter einige Fuder Viehmist auf das Eis fahren, damit die Karpfen sogleich, wenn dieses aufgehet, eine gute Nahrung erhalten mögen. […]



Johann Georg Krünitz
(aus: „Oekonomische-technologische Encyklopädie“, 1785)

[…] Diese [die Ruhe des Teiches] besteht […] darin, daß er neue Säfte, zur Nahrung der Karpfen sammle. Zu diesen Nahrungssäften kann man vorzüglich theils den Schlamm, theils aber auch die Excremente von allen Arten des Viehes, rechnen. Daß der Schlamm […] ein Hauptnahrungsmittel der Fische sei, wird wohl von niemand in Zweifel gezogen werden können; denn schon bei allem wilden Gewässer bemerkt man, daß die Fische, besonders aber die Karpfen, in demjenigen, wo viel dergleichen vom Wasser abgesetzter Schlamm befindlich ist, vorzüglich gut wachsen. Spürt man gleich öfters in dergleichen schlammigen Teichen einen mohrigen und miedrigen Geschmack an den Fischen, so rührt doch solches […] von der Beschaffenheit eines mohrigen oder sonst morastigen Bodens her. […]


 

Joanne Bapt. Grossinger
(aus: „Universa Historia Physica Regni Hungariae […] Tom.III, Regn. Anim. Pars III – Ichthyologia [...]“, 1794)

[…] Carpio non est immanis, velut Lucius, nec in suam progeniem favit: culices, & insecta aquis innatantia, ac subtus limum lumbricos vorat, limo, & alga pascitur, spumam [ab] labris sorbillat, gregatim natat, raro profunditatem petit. In piscinis apud Exteros pane lacte imbuto saginantur […]

Übersetzung:

[…] Der Karpfen ist nicht grausam, gleich wie der Hecht, ebenso wenig ist er seiner Abstammung nach gnädig. Gierig verschlingt er Mücken und Insekten, die ins Wasser fallen und auch unten den Schlamm, sowie Regenwürmer. Er nährt sich an Schlamm und Algen, er schlürft den (Ab-)Schaum am [Gewässer-] Rand, er schwimmt [dort] scharenweise und taucht nur selten in die Tiefe. In den Fischteichen nahe dem Ausland mästen sie [ihn] mit in Milch getränktem Brot.
[…]


 
Carl Philipp Funke
(aus: „Naturgeschichte und Technologie“, 1800)

[…] Andere halten sie im Keller in Zisternen, und futtern sie mit Brodt, Sallat und dergleichen, um sie auch im Winter fett zu haben. […]


 

Johann Heinrich Helmuth
(aus: „ Volksnaturlehre zur Dämpfung des Aberglaubens“, 1803)

[…] Zur Nahrung dienen den Fischen die im Wasser befindlichen Insekten, kleinen Würmer, Wasserpflanzen u.s.w. Viele schlucken auch den Schlamm mit hinein. […]



Leopold Trautmann
(aus: „Versuch einer wissenschaftlichen Anleitung zum Studium der Landwirthschaftslehre“, 1816)

[…] Die Karpfen lieben ein mehr temperirtes als kaltes Wasser, von einem stillen, nicht rauschenden Gange, und einen fetten lehmigen Grund. […] Die besetzten Karpfenteiche verlangen eine ununterbrochene Wartung. Die Fische bleiben im Wachsthum zurück, wenn man sie aus einem besseren Stande in einen schlechteren bringt, wo es ihnen an der gehörigen Nahrung gebricht. […]


 

W.A. Kreyßig
(aus: Handbuch zu einem natur- und zeitgemäßen Betriebe der Landwirthschaft in ihrem ganzen Umfange, Band 2, 1825)

[…] Ihre Nahrung besteht in Rückständen organischer Stoffe, also Humus, der im Boden ist, in Grundkräutern und Wurzeln, in Würmern, Insekten und allerhand Unreinigkeiten. […]


 

A. C. Gudme
(aus: „Anweisung zur Anlegung einer Teichfischerei und zur Fischzucht“, 1827)

[…] Ein guter Teich muss einen Boden von fetter Thonerde haben, denn außerdem, daß ein solcher Boden wasserhaltend ist, hängt auch die meiste Fischnahrung von der eigenen Erzeugung des Wasserbodens ab; der Schlamm, welcher aus den vielen Erzeugnissen des fetten Bodens in der Vermoderung entstehet, dient nicht nur den Fischen zum Aufenthalte und zur Nahrung, sondern auch zum Aufenthalte vielerlei Insekten, welche die gewöhnliche Fischnahrung ausmachen. […] Je fruchtbringender also der Boden ist, oder auch je mehr das Wasser, welches den Teichen zugeführt wird, mit Düngtheilen von bebautem Lande und von Wiesen geschwängert ist, desto mehr Insekten werden darin erzeugt, und desto besser können die Fische, welche nicht Raubfische sind, darin gedeihen, indem sie Überfluß an Nahrungsmitteln haben. […]



Georg Leonhard Hartmann
(aus: „Helvetische Ichthyologie“, 1827)

[…] Der Karpfen ist einer von denen Fischen, die sich am wenigsten aus dem Thierreiche nähren. Er geht zwar auch in etwas dem Fischlaich nach, und schwimmt auf der Oberfläche des Wassers, um nach Insekten zu schnappen; seine vorzüglichste Nahrung aber besteht aus Gewächserde und Wasserpflanzen. Besonders liebt er, wo er ihn haben kann, den Schafkoth; daher einige Fischhalter die Jauche von den Schafhürden in den Karpfenteich leiten, was den Fischen im Sommer wohl bekömmt, des Winters aber, wenn die Teiche überfrieren, ihnen sehr gefährlich werden kann. Haben die Karpfen Überfluß an Nahrung, so verschlingen sie diese mit solcher Begierde, daß ihrer viele darüber zu Grunde gehen. Man kettet auch Lehm mit Schafsmist zusammen, und füllt damit einen ausgehöhlten Kürbis an, der dann in den Teich versenkt wird. In großen Teichen giebt man ihnen, neben dieser Nahrung noch Larven von Fliegen […] Des Winters wühlen sich die Karpfen dicht nebeneinander in den Schlamm und leben ohne weitere Nahrung; dennoch verlieren sie nicht viel von ihrem Gewichte. […]



Georg Friedrich Dittmann
(aus: „Versuch einer Darstellung der Landwirthschaft auf den Gütern in den Herzogthümern Schleswig und Holstein“, 1828)

[…] Die Güte der Fische hängt hauptsächlich von der Beschaffenheit des Teichgrundes ab, und danächst; daß ein Teich nicht mit mehr Fischen besetzt werde, als er gut ernähren könne. So wie eine magere oder zu stark bejagte Viehweide kein fettes, sondern mageres und kümmerliches Vieh gibt, so gibt ein schlechter oder zu stark besetzter Teich auch nur elende Fische. […]



Johann Karl Kretzschmer
(aus: „Oeconomia forensis“, 1833)

[…] Es hat die Erfahrung gelehrt, daß die Fische besser gedeihen, wenn man von Zeit zu Zeit den Schlamm aus den abgelassenen Teichen fährt, jedoch so, daß noch etwas auf dem Grunde liegen bleibt. […]


 

Carl Gustav Carus
(aus: „Lehrbuch der vergleichenden Zootomie“, 1834)

[…] Uebrigens ist es allerdings mehr als wahrscheinlich, daß Fische überhaupt noch auf andere Weise als durch Aufnehmen von gröberer Nahrung in den Darmkanal ernährt werden; das lange Leben, ja das Wachsen derselben in bloßem Wasser, ohne andere Nahrung als die Infusorien des Wassers beweist dieß hinlänglich […]



Harald Othmar Lenz
(aus: „Gemeinnützige Naturgeschichte“, 1836)

[…] Die Nahrung des Karpfen besteht aus allerhand Gewürm, Insekten, faulenden Pflanzentheilen, Sämereien, selbst fetter Erde. In Teichen füttert man ihn gewöhnlich mit Mist, und zwar am besten mit Schaf- oder Kuhmist, der schon einige Zeit gelegen hat und von Käfern wimmelt. […]


 
„ein Landwirth“
(aus: „Das Ganze der Karpfenzucht [...]“, 1843)

[…] Wenn als ausgemachte Wahrheit anzunehmen ist, daß die Nahrung der Karpfen hauptsächlich in Gewürme, Insekten, auch wohl in Getreidekörnern und andern Gegenständen besteht, so ist es ebenso unbedenklich, zu widersprechen, wenn Mancher der Meinung ist, sie lebten allein vom Schlamme; dieser ist vielmehr nur das Element, in dessen Stoffe sich Gewürme erzeugen. Je fetter daher der Untergrund der Teiche ist, desto mehr Schleimtheile setzen sich in demselben an, vorzüglich in lehmigen Boden, mithin finden die Karpfen mehr Nahrung und zeichnen sich durch ihre goldgelbe bunte Farbe in solchen Teichen gegen andere mit sandigem Untergrund besonders aus. […]



Jakob Heckel & Rudolf Kner
(aus: „Die Süsswasserfische der Östreichischen Monarchie mit Rücksicht auf die angrenzenden Länder“, 1858)

[…] Der Karpfe liebt nicht schnell fliessendes Wasser mit fettem, schlammigem Grunde, in welchen er sich gerne mit dem Kopfe einwühlt, um daraus seine Nahrung zu holen, die hauptsächlich aus Schlamm, Würmern, Larven, aber auch aus Gras, jungem Rohre, und in Zersetzung begriffenen pflanzlichen Stoffen besteht; auch thierische Excremente, namentlich Schafmist, sollen ihn besonders fett machen. […]


 

Carl Vogt
(aus: „Die künstliche Fischzucht“, 1859)

[…] Die Karpfen nähren sich besonders von Insektenlarven, Würmern, Sprossen von Wasserpflanzen und modernden Pflanzenstoffen. Man füttert sie deshalb mit Abfällen aller Art aus der Landwirthschaft, oder auch dadurch, daß man durch Einführen von Mist und Jauche die Entwicklung von Insektenlarven und Würmern, nach denen sie im Schlamme umherwühlen, begünstigt.
[…]
Will man schöne Karpfen erziehen, so müssen die Streichkarpfen nicht nur schön und gesund sein, sondern man muss auch auf das Besetzen der Teiche besondere Rücksicht nehmen. Ebenso wichtig, wie es bei der Viehhaltung in der Landwirthschaft ist, daß nicht mehr Vieh gehalten wird, als ernährt werden kann, ebenso wichtig ist es, daß alle Teiche nicht mehr Besatz erhalten, als sie ernähren können. Einen ganz sicheren Maßstab hierin anzugeben, ist nicht möglich; es kann nur annähernd geschehen; denn die Lage, Fruchtbarkeit und Nahrung des Teiches bedingen hierbei alles. Teiche, in welche viel Vieh zur Weide geht, welche nahrhaften Zufluss haben, können im allgemeinen stärker besetzt werden als solche, welchen diese Nahrung mangelt. […]


 

Raphael Molin
(aus: „Die Rationelle Zucht Der Süßwasserfische [...]“, 1864)

[…] Der Karpfen liebt wenig fliessendes Wasser mit fettem schlammigen Boden, in welchem er sich mit dem Kopfe einwühlt, um Würmer, Larven u. dgl. aufzusuchen, von welchen er sich nebst Gras, jungem Rohr, andern vegetabilischen Stoffen, Thierexcrementen, aufgequollener Gerste, Abfällen von der Küche u.s.w. ernährt. Er gedeihet ausserdem prächtig in stehendem Torfmoorwasser und besser als im süssen Wasser noch im Meere. […]


 

A. E. Brehm
(aus: „Brehms Thierleben“, 1868/1879)

[…] Seine [des Karpfen] hauptsächliche Nahrung besteht wohl in kleinem Gethiere namentlich in Würmern, Larven von Kerbthieren oder selbst Lurchen und ähnlichen Wasserbewohnern; er beschränkt sich jedoch keineswegs auf diese Nahrung, sondern frißt auch sehr gerne Pflanzenstoffe, vermoderte Theile der Wasserpflanzen selbst, faulige Früchte, gekochte Kartoffeln oder Brodt ec.. In den Zuchtteichen pflegt man ihn mit Schafmist zu füttern, was, streng genommen, soviel sagen will, daß man durch den Mist Kerbthiere und Gewürm herbeilockt; denn diese, nicht aber der Mist, welchen er freilich auch mit verschluckt, geben ihm die geeigneten Nahrungsstoffe. Beim Wühlen im Schlamme nimmt er erdige Bestandtheile mit auf, ja, diese scheinen für seine Verdauung nothwendige Bedingung zu sein. Im Meere nährt er sich wahrscheinlich hauptsächlich von Würmern und kleinen Muschelthieren. […]



A. D. Ackerhof
(aus: „Die Nutzung der Teiche und Gewässer durch Fischzucht und Pflanzenbau“, 1869)

[…] Aus dem früher Mitgetheilten war ersichtlich, daß die Bestandtheile sämtlicher Futterstoffe in zwei Classen, in „Proteinstoffe“ und „Kohlenhydrate“, zerfallen, daß ferner nicht erwiesen, aber höchst wahrscheinlich ist, wie erstere den überwiegendsten Einfluss bei Ernährung der Fische ausüben; es wird daher der Werth eines Futterstoffes hauptsächlich nach seinem Gehalte an Proteinstoff zu beurtheilen sein. Weiter war deduciert, daß die Vierfüßler den Futterstoffen den vollen Gehalt an Protein nicht zu entziehen vermögen, sondern noch ein großer Theil mit den Excrementen entfernt wird. […] Der von Mastthieren herrührende Auswurf enthält, wie sich bei oberflächlicher Besichtigung ergiebt, eine Masse unzerkaueter, unverdaueter Reste […] Die Excremente der landwirthschaftliche Zug- und Nutzthiere können sehr nahrhafte und wohlfeile Futtermittel abgeben. Die Vorliebe der Fische für diese oder jene Sorte wird sich muthmaßlich weniger, wie man wohl bisher geglaubt, nach der Thierart richten, als vielmehr nach der Beschaffenheit des Materials, und des ursprünglichen Futtermaterials. […] Am vorzüglichsten ist derjenige, welcher von Mastschweinen entstand, die durch Getreideschlämpe, Erbsen mit Kartoffeln ec. ernährt wurden. Daran gewöhnte Fische kommen nach dem Einwerfen in Schaaren herbei und machen rasch eine Tafel. […]



Wenzel Horák
(aus: „Die Teichwirthschaft mit besonderer Rücksicht auf das südliche Böhmen“, 1869)

[…] Der Fisch lebt im Wasser, aber nicht allein vom Wasser. Die Friedfische nähren sich von vielen, im Wasser aufgelösten Bestantheilen, in welchen auch Pflanzen die Bedingungen ihres Daseins finden. Wir erblicken daher im Vegetiren dieser letzteren viel Aehnlichkeit mit dem Leben und der Nahrung der Fische. Die Fische leben von Würmern, Schnecken, Insekten (wozu auch der Krebs gehört), von jungen Pflanzentrieben, Knospen und allen jenen Bestantheilen, welche das Regenwasser mit sich führt (nämlich aufgelösten animalischen und vegetabilischen Substanzen), von Humus und Schlamm. Die Fische genießen außerdem Fleisch, Blut, Schleim, gekochte Kartoffeln, gequollenes Getreide, Malz, Träber, Schlämpe, Obst, Gemüse und viele Abfälle des menschlichen Haushaltes. Die grünen Pflanzen enthalten Schleim, Gummi, Stärkemehl, Zucker, Kleber, dann Harze, und werden deshalb in grünem, zarten Zustande von den Fischen als Nahrung genommen. Die Fische benöthigen zu ihrem Leben und Gedeihen das natürliche Verhältniß des Sauer- zum Wasserstoffe, und dies vorzüglich in stehendem Wasser. Fremde Beimischungen von Kalk, Säuren und aufgelösten Mineralstoffen sind in größerer Menge ihnen verderblich und tödtlich. Die Fische erhalten ihre Speisung entweder durch den Wasserzufluß, oder durch die im Wasser und Boden schon vorhandenen Stoffe. […]



Adolf Delius
(aus: „Die Teichwirthschaft“, 1875)

[…] Die Nahrung der Karpfen sind Würmer, Insekten, verwesende Vegetabilien, also auch Excremente; das ist in Bezug auf ihre Zucht wichtig, weil darin ein Mittel der wohlfeilen [günstigen] Ernährung liegt. Es ist behauptet, daß dieselben auch fetten Schlamm fräßen, das ist wohl nur in soweit richtig, als auf der Oberfläche verwesende Stoffe und Gewürme sich finden, denn sonst kann der Schlamm keine Nahrung enthalten. Das Wachsthum hängt von der Wärme des Wassers, der Zeitdauer dieses Zustandes und von der Nahrung ab.
[…]
Die Frage der Fütterung wird nach drei Seiten hin zu betrachten sein: was soll man füttern, welches Quantum, und wie stellt sich die Calculation? Welche Stoffe sich zur Fütterung eigenen ist schon früher mitgeteilt […] Dahin gehören Hülsenfrüchte, Getreide, Kleie, Oelkuchen. […] Von thierischen Producten sind Schlachtabfälle, die local zur Disposition stehen, Fleischmehl und Fischguano zu nennen.
[…]
Sicher sind die Erfahrungen über das Füttern der Kartoffeln; man weiß, daß sie sehr gern gefressen werden, daraus ist aber immer noch nicht zu schließen, ob sie von großem Werth für die Ernährung der Fische sind. Jedenfalls wird ein Zusatz von Oelkuchen, Blut oder einem proteinreichen Futtermittel vorteilhaft sein […]
Wieviel gefüttert werden muß, um zweckmäßig zu füttern, ist sehr schwierig zu beantworten. Positive Fütterungsversuche, mit Genauigkeit angestellt, sind nicht bekannt. Man kann daher nur aus verschiedenen Wahrnehmungen ganz allgemein schließen, daß die Vorgänge wie in anderen Verhältnissen oder doch analog den bei Viehfütterung vorkommenden sein werden und man kann die für solche giltigen Fütterungsregeln mit entsprechender Modification auch bei der Karpfenfütterung anwenden. […]


 

Carl Nicklas
(aus: „Lehrbuch der Teichwirthschaft“, 1. Aufl., 1879)

[…] Die Teichwirthschaft ist seit Jahrhunderten auf empirischer Grundlage betrieben worden und hat im Allgemeinen […] keine Fortschritte aufzuweisen. […] Besonders in Hinsicht der künstlichen Fütterung ist viel versäumt worden […] Ich habe deshalb auch die künstliche Fütterung der Fische ziemlich ausführlich behandelt und dabei, wenn auch auf etwas problematischer Grundlage, eine Fütterungsnorm für die Friedfische, vorzugsweise den Karpfen, aufzustellen versucht. […]


 

Berthold Benecke
(aus: „Die Teichwirthschaft“, 1886 - zitiert in Vogel, 1898)

[…] Seit alten Zeiten hat man sich bemüht, die Karpfen auch durch Darreichung künstlichen Futters zu mästen, und es sind dazu die verschiedenartigsten pflanzlichen und thierischen Stoffe empfohlen. […] Systematische vergleichende Versuche über den Futterwerth der verschiedenen Stoffe sind wohl noch nirgends im größeren Maßstabe angestellt worden, obgleich sie für den Karpfenzüchter von großem Werthe wären. […] Zur Zeit müssen wir von der Empfehlung eines bestimmten Futtermittel absehen und können nur die gebräuchlichsten nennen, von denen jeder das für ihn am billigsten erhältliche versuchen mag. […] Von verschiedenen Seiten wird der Mist von Rindvieh, Schafen und Mastschweinen empfohlen, ferner Staubmehl, Kleie, Träber, Malzkeime, gekochte Linsen, Bohnen, Lupinen, Erbsen, Kartoffeln, Rüben, die festen Rückstände aus Branntweinbrennereien, die Rübenschnitzel von Zuckerfabriken, Molkereiabfälle, gekochtes Blut ec. […] Gelegentlich können Schnecken, Maikäfer, Regenwürmer, wo sie massenhaft zu haben sind, sehr vortheilhaft verfüttert werden. Tote Hunde, Hammel oder geviertheilte Rinder oder Pferde in die Teiche zu werfen, ist ganz unzweckmäßig, weil dadurch das Wasser leicht verdorben wird und die Fische nicht Stücke abbeißen, sondern nur solche Gegenstände verzehren können, die sie auf einmal in den Mund zu nehmen und zu verschlingen im Stande sind. Kleingehacktes Fleisch, auch mit Mehl oder dergleichen gemischt, wird dagegen gerne angenommen. […]



Josef Šusta
(aus: „Die Ernährung des Karpfen und seiner Teichgenossen“, 1888)

Wir haben […] wahrgenommen, dass der Darminhalt des Karpfen nur selten von erdigen, dem Wassergrund entnommenen Beigaben frei sei. Aber die Naturwissenschaften […] lassen es nicht zu, dass man davon sprechen könnte, der Fisch verzehre den Schlamm, um sich damit faktisch zu ernähren. […] Ungerechtfertigt erweist sich weiter die Behauptung, dass der Karpfen angefaulte oder faulende Pflanzenstoffe aufsuche. […] Wohl lässt sich nicht leugnen, dass die Mehrzahl der Karpfen in der Verdauungsmasse einen Theil abgestorbenen Pflanzenrestes enthielt, aber dieser Ueberrest war nicht fähig zur Ernährung wesentlich beizutragen […] wir müssen die Wasserfauna als die wahre, kräftige Ernährerin des Karpfen betrachten und anerkennen. Wo immer diese reichlich vertreten und dem Karpfen leicht zugänglich ist, da wächst und gedeiht er auch rasch. […] Die kernigsten Futterstoffe, die wir dem Stallvieh nur in kleinen Dosen zukommen lassen, genügen an und für sich kaum, um eine so nahrhafte Speise daraus zu bereiten, wie sie die Wasserfauna dem Karpfen gewährt. […] Die beste natürliche Nahrung des Karpfen bildet die kleinere Wasserfauna, welche in keiner harten oder zähen Schale steckt. Der Karpfen gedeiht bei dieser Nahrung besonders dann vorzüglich, wenn er solche ohne unorganische oder pflanzliche Beigabe hinreichend sammeln kann. […]

Vergleiche:

Georg Bauer (Hrsg.)
„Wohlbewährte Fischgeheimnüsse ...", 2. Ausgabe (1758)
 

Was ein jeder Fisch isset, das kan man aus ihren Därmen gewahr werden, wann man sie reisset, und ihnen die Bäuche aufschneidet. Dann da findet man in etlichen Würmer, in etlichen Fliegen und Mücken, in etlichen Mist oder Letten, in etlichen Kröten, in etlichen Fische, in etlichen Kräuter und andere Sachen, die sie an den Ufern finden.

 


 

Victor Burda
(aus: „Zeitschr. f. Fischerei u.d. Hilfswissenschaften“, Bd. 4, 1896)

[…] So lange über die Ernährung der Karpfen ein geradezu beschämendes Dunkel herrschte, war es nicht möglich, die Nährkraft oder Produktivität der Teiche richtig zu beurteilen, sie in richtiger Weise steigern zu können. Dies konnte erst gelingen, seitdem Nicklas in seinem bekannten Lehrbuche uns auf richtigere Wege brachte und die mühevollen Forschungen Šustas, Dr. Walter's und Anderer zu dem Resultate gelangten, dass die kleine Wasserfauna den Grundpfeiler der Fischernährung bilde, dass sie den weitaus wichtigsten Teil der Nahrung des Karpfen ausmache. […]



Paul Vogel
(aus: „Ausführliches Lehrbuch der Teichwirthschaft“, 1898)

[…] Kein Teichwirth kann rationell wirthschaften, wenn er nicht die Ernährungsweise seiner Fische gründlich kennt; am meisten trifft dies aber zu beim Karpfen, denn hier soll der Teichwirth geradezu einwirken auf die Vermehrung der natürlichen Nahrung des Karpfen, er soll, will er sein Ziel vollständig erreichen, eigentlich „Nahrungs-Züchter“ sein und um das sein zu können, muß er sich in das Studium der Lebensbedingungen der Wasserkleinthierwelt, der Mikrofauna, vertiefen. Ein großer Theil der Mißerfolge in der Karpfenwirthschaft früherer Jahrzehnte, ist wohl der Unkenntniß über die natürliche Karpfennahrung zuzuschreiben; es ist geradezu auffällig, wie wenig in früherer Zeit selbst die Fachkreise sich darum bekümmerten, was denn eigentlich die Naturnahrung des Karpfen bildet. Die einschlägige Literatur ließ den Karpfen als einen Allesfresser, als das Schwein des Wassers erscheinen, eine theilweis irrige Auffassung.
[…]
Josef Šusta […] war es vorbehalten den rechten Weg zu finden bei der Erforschung der Naturnahrung des Karpfen. […] Was dem Magen des Karpfen am besten zu bieten nöthig war, wußte Šusta ebenso wenig, als die anderen damaligen Teichwirthe und Gelehrten; deshalb ging er an das mühevolle Werk der Magen- und Darmuntersuchungen während der Nahrungsaufnahmeperiode, und machte bald zwei der wichtigsten Entdeckungen:
1. Der Karpfen ist Fleischfresser
2. Der Karpfen nährt sich in der Hauptsache von kleinsten Krebsthierchen, von der dem bloßen Auge kaum erkennbaren, aber durch ihre massenhafte Zahl und ihren großen Nährwerth äußerst wichtigen Mikrofauna des Wassers.
[…]


 

Emil Walter
(aus: „Die Fischerei – als Nebenbetrieb des Landwirtes und Forstmannes“, 1903)

[…] Und dann bleibt uns, wenn wir nicht auf die Steigerung der Erträge verzichten wollen, nichts anderes übrig, als uns nach Hilfsmitteln umzusehen, welche die natürliche Ernährung der Fische ersetzen können.
[…]
Die Fütterung schließt die anderen Hilfsmittel des intensiven Wirtschaftsbetriebes keineswegs aus, es darf im Gegenteil als ausgemacht gelten daß die höchste Ertragssteigerung nur durch eine glückliche und harmonische Ausnutzung sämtlicher Hilfsmittel zu erreichen ist, oder mit anderen Worten:
Der höchste Fütterungsertrag kann nur in Verbindung mit einer möglichst intensiv entwickelten und gepflegten natürlichen Nahrung und der höchste Düngungsertrag wiederum nur auf Grund einer möglichst sorgfältigen Pflege des Bodens und der Wasserflora erzielt werden.
[…]
In der Karpfen- und Forellenzucht hat die Fütterung bereits festen Fuß gefaßt. Die Karpfenfütterung hat in den letzten Jahren sich mit Hilfe der wissenschaftlichen Forschung mehr und mehr ausgebildet und ist zu einem förmlichen System geworden, daß zwar noch mancherlei Lücken aufweist, dennoch aber bereits einen solchen Umfang angenommen hat, daß es hier nicht erschöpfend abgehandelt werden kann. […]



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