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Zum Namen des Karpfen

Amphibien, Reptilien, Euthanasie

 

Alt-Griechisch

 

Κυπρινοσ ("Kuprinos"), um Attika Κυπριανοσ ("Kuprianos") oder bei Oppian Κυπρινοι ("Kuprinoi") bezeichnete damals mutmaßliche Karpfen, welche von Aristoteles als sehr fruchtbar beschrieben wurden. Aufgrund dessen wurde diese Beschreibung später dem heutigen "Cyprinus" zugeschrieben, bei genauerer Betrachtung allerdings nicht haltbar.

Die Bezeichnung selber bedeutete hier zunächst allenfalls "cyprisch", so handelte es sich höchstens um eine lokale Zuordnung ohne direkten inhaltlichen Bezug. Später wurde daraus interpretiert, daß aufgrund der Fruchtbarkeit eine Widmung der Aphrodite, welche auf Cypern besonders verehrt wurde, bestünde.

Der Name lässt sich aber auch viel einfacher erklären, da sich "Kyprinos" mit seinem für damalige Zeit sehr gängigen Affix "-in-" vom Wort "Kypros" für die Pflanze "Henna" (Lawsonia inermis), bezüglich seiner Farbe ableiten lässt.

In dem lateinischen Wort "cuprum" findet sich der Wortstamm ebenfalls wieder, da Cypern für sein Kupfer sehr bekannt war ("aes cyprium") und die Färbung korelliert hier auch möglicherweise.

Es gibt keinen nachhaltigen Beleg, daß der damalige "Kuprinus/Kuprinoi" in irgendeinem biologischen Zusammenhang mit dem heutigen "Cyprinus carpio" steht! Lediglich heute wird der gemeine Karpfen in Griechenland auch "Kyprinos" genannt.

 

 

Lateinisch:

 

Cyprinus carpio (Linné) ...

 

cyprinus

von cuprum (auch: cyprum / aes cyprium): der zyprische oder mglw. der kupferartige

carpio

von carpere: (ab-, zer-) rupfen, (ab-) pflücken, zupfen, (aus-) saugen, ernten
von capere: nehmen, fassen, ergreifen

 

Der Gattungsname könnte ein Hinweis auf die natürliche Färbung (vgl. evtl. auch Messing oder Bronze) des Fisches sein und der Artname auf sein Verhalten bei der Futtersuche deuten.Früher waren die Naturbeobachter davon überzeugt, daß der Karpfen seine Nahrung aus fetter Erde sauge, sich vom Schlamm nähre und am Gewässerboden weidet.

Cassiodorus benannte in seinen "Variae" einen Fisch explizit aus der Donau (aus dem gotischen entlehnt) "Carpa" ("destinet carpam danubius") und Hildegard von Bingen in ihrem Buch von den Fischen einen "Carpo".

"Carpo" ist auch der Name einer der Horen, welche als Herbst-Göttin für die Ernte und Fruchtbarkeit zuständig war. ("Karpos" = die Frucht)

In früh-neuzeitlicher Schrift kann aber der Name "Carpio" hierzu auch irreführend sein, da er evtl. die Gardasee-Forelle (eigentlich "Salmo carpio" / Carpione) beschreibt, welche am "Lacus Benacus" ansässig ist!

Im "Ruodlieb" (11. Jhd.) wird ein "Charpho" benannt, damit könnte aber auch jeder "Karpfenfisch" gemeint sein, mit Ausnahme der im weiteren dort direkt benannten.

 

 

Die Fische im Ruodlieb:

 

"Piscator talis es nusquam, uos uelut estis."
Tunc iubet exponi pisces in gramine molli,
Ut, diuersos quot, uideat, lacus is generaret.
Tunc sunt expositi, quotquot fuerant ibi capti:
Lucius et rufus, qui sunt in piscibus hirpus,
Pisces namque uorant, illos ubi prendere possunt,
Prahsina, lahs, charpho, tinco, barbatulus, oruo,
Alnt, naso, qui bini nimis intus sunt acerosi,
Rubeta fundicola, truta digena, rufa uel alba,
In capite grandis capito post degener alis,
Labilis anguilla uel per caput horrida uualra.
Asco, rinanch, ambo dulces nimis in comedendo,
Ast agapuz ut acus in dorso pungit acutus,
Preterea multi pisces mihi non bene noti.

 

Übersetzte Aufzählung:

Hecht, Quappe, Brasse, Lachs, Karpfen, Schleie, Schmerle, Orfe, Alse, Nase, Grundel (oder Rutte ?), zweiartige Forellen ("truta digena", rot und weiß, "Großköpfe"), Aal, Wels, Rheinanke, Barsch

"Außerdem viele Fische, die ich nicht so gut kenne." (Preterea multi pisces mihi non bene noti.)

 

 

 

Alt-Deutsch

 

Das althochdeutsche Wort "Charpho" findet wohl seinen Ursprung im Sanskrit, dort beschreibt der Name "çaphara/çaphari" den "Cyprinus chrysoparius", im Alt-Indischen benennt "śapharah" den "Cyprinus sophore" (heute Puntius sophore), im Litauischen bezeichnet "šapalas" ebenfalls den "Cyprinus dobula". Den gleichen Wortstamm zeigt das griechische χεφαλοσ ("khephalos").

Die Namensentwicklung deutet hier auf den "Döbel/Aitel" (Leuciscus cephalus/Squalius cephalus), welcher wohl von den Römern zunächst "squalus", dann später aus dem griech. entlehnt "cephalus" genannt wurde. Cephalus bedeutet Kopf und steht damit auch nicht im Widerspruch zu der noch heute umgangssprachlichen Bezeichnung "Dickkopf" für diesen Fisch.

 

 

Weitere Namen:

 

englisch (common) carp (Koikarpfen = koicarp)
japanisch 鯉 ("koi")
österr./bayer. "Seebinkel"
niederl. karper
ital./span./portug. carpa
schwed./poln. karp
norwegisch karpe
französisch carpe
türkisch sazan
russisch карп ("karp" = Zucht-) сазан ("sasan" = Wildform)


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