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Angeln für Schwerbehinderte

Amphibien, Reptilien, Euthanasie

 

Sollen "Schwerbehinderte" angeln dürfen?

Grundsätzlich "Ja", weil es sonst eine Diskriminierung wäre oder reifer fomuliert, weil jeder das gleiche Recht hat sich persönlich zu entwickeln!

 

Es stellt sich für uns aber die Frage, ob man das hier so pauschal sehen kann!

 

Grundsätzlich ist hier zunächst auch der Aspekt der sozialen Zufriedenheit und - Integration zu sehen, so schreiben Freudenberg u.a. (2009):

Für Angler mit Schwerbehinderung ist die Qualität des Angelhobbys mitentscheidend für die allgemeine Lebenszufriedenheit. Die Analyse des psychologischen Stellenwerts zeigte darüber hinaus auf, dass das Angelhobby im Leben von Menschen mit Schwerbehinderung eine größere soziale Rolle spielt als bei Anglern ohne Schwerbehinderung. 

 

Lassen wir die Frage nach "psychologisch" und der Wissenschaftlichkeit mal beiseite und gehen einfach direkt davon aus, daß der Angler Freude empfindet und ein Hobby für jemanden, der im Alltag stark beeinträchtigt ist, einen besonderen Stellenwert hat.

Aber:

Wie lässt sich das mit einem Tierschutzgedanken vereinbaren?

Wenn der Behinderte selber nicht mehr "waidgerecht" handeln kann, soll es sein Zivi machen?

Müssen Gewässer nun grundsätzlich mit Rollstuhlrampen zubetoniert werden?

 

Das sind durchaus exemplarische und nicht einmal provokativ gemeinte Fragen, die sich uns neben vielen weiteren stellen!

 

"Behinderte" nach dem Sozialgesetzbuch sind:

§2 SGB IX:

(1) Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist.

(2) Menschen sind im Sinne des Teils 3 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 156 rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.

(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen Menschen mit Behinderungen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 156 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen).

 

Es ist also zu klären welche Behinderung zu welchem Grad eigentlich vorliegt und zu welcher Leistung der Betroffene noch nachhaltig befähigt ist, daraus resultierend dann wie das Hobby ausgeübt werden kann.

Grundsätzlich jemandem, der von der Gesundheits-Norm abweicht, daher etwas versagen zu wollen ist schon menschenrechtlich absolut nicht denkbar, so auch nicht in unserer Demokratur, ob nun aber daraus möglicherweise resultierendes Leid für die Tiere pauschal in Kauf genommen werden kann ist fraglich und abhängig von der Auslegung des "Tierschutzrechtes".

Es kann zur Bewertung des Betroffenen aber immer nur auf eine Einzelfall-Prüfung ankommen!

Es lässt sich auch vergleichen:
Autofahren darf auch nicht jeder, nur Angeln ... wie schaut es da gerade lokal mit der Prüfungspflicht und - Qualität aus?

"Schwerbehindert" muss hierzu auch nicht zwangsläufig als schwerer Einzelfall einzustufen sein, vieles lässt sich auch sicher mit aktiver Unterstützung des Angelvereines regeln, ein solcher sozialer Zweck sollte dort auch stets vorrangig sein auch für das einzelne nicht-behinderte Mitglied (ein Angelverein sollte immer mehr sein als ein Boilie-Schießverein)!

Es sollte stets mindestens die "Waidgerechtigkeit" als Minimal-Umsetzung des Tierschutzgedankens eingehalten werden können, auf welche Weise auch immer dieses möglich ist!

 

 

#Nachfragen:

 

Nachfrage vom 09.12.2018:

"Was meint Ihr mit Boilie-Schießverein?"

Das ist eine rein sarkastische Bezeichnung. Es gibt gute und verantwortungsvolle Angler, denen die Gewässerhege und extensive Bestandspflege ein Bedürfnis ist und es gibt solche, die so sehr mit Ködern um sich schmeißen, daß man dazu nur vermuten kann, daß sie die Fische mit Ihren Schleudern schießend erjagen wollen! Es gibt schon genug Denny Cranes da draußen! tongue-out

 

"Was versteht Ihr unter waidgerecht beim Angeln?

Es kommt darauf an was in den einzelnen LFischO´s wenigstens analog kodifiziert ist, aber mindestens jede mögliche Vermeidung von Stress, Leid, Schaden und Schmerz beim Angeln, Anlanden und dem weiteren Behandeln inkl. Betäuben und Töten.

 

 

Literatur:

Freudenberg, P.; Arlinghaus, R.; Brämick, U. (2009):
Die Bedeutung des Angelns für Menschen mit Behinderung.
Schriften des Instituts für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow, Bd. 24.
Hrsg.: Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow. 102 S.


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