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Vom Ausbrüten der Fische (1763)

Amphibien, Reptilien, Euthanasie

Anonym:
Nachricht vom Ausbrüten der Fische
Hannoverisches Magazin, 1. Jg., 23. Stück: 363-366 (1763)

 

Nachricht vom Ausbrüten der Fische

 

Mein Herr!

Ihnen ist gefällig gewesen, von mir zu verlangen, daß ich Nachricht geben möge, auf was für eine Art die Forellen und andere Fische, wovon man das Leich erhalten kan, ausbrüten, und die Gewässer, welche von der Art Fischen nicht haben, die man gerne wünschet, besetzen könne?

Ich habe nicht ermangeln sollen, hierunter Dero Absicht zu erfüllen, und habe an den Ort in der Grafschaft Lippe mich verfüget, wo selbst der Herr Lieut. Jacobi diese überaus angenehme Erfindung zur Vollkommenheit gebracht hat, von dem Erfinder selbst die Maschine mir zeigen, die Methode beschreiben, und ein über die Halbschied ausgebrütetes Ey eröfnen lassen, woselbst man den darin befindlichen Forellen ganz deutlich erkennen konte.

Die Maschine an sich selbst bestehet in einem ausgehauenen Wassertroge, welcher groß aber klein seyn kan, an diesem Ort aber ohngefehr 12. Fuß lang, und an einen solchen Ort gestellet ist, allwo eine Quelle einen Fall hat, welcher mittelst einer Rinne in den Wassertrog geleitet, und dadurch ein kleiner Wassersturzt verursachet wird. Auf diesen Trog ist ein Bret wie eine Klappe befestiget, welches mit einigen Löchern von 6. Zoll versehen, so aber mit einem Dratgitter überzogen, so daß die Luft dadurch fallen, aber auch zu gleich so enge seyn muß, daß eine Wassermaus nicht durchkriechen kan, welche dem Fischleiche sehr nachstellet. An dem untern Ende ist, etwa 5. Zoll vom Boden des Kastens, zum Abzuge des Wassers ein Loch mit einem Dratgitter angebracht, welches von der Weite wie die obigen Gitter ist, hierdurch fället das Wasser in einen unterhalb dem Troge seyenden Teich, und macht, daß das durchlaufende Wasser 5. Zoll hoch im Troge aufbehalten wird.

In diesem Troge wird von dem groben Kiessande, welches in den steinigten Bächen ordinair auf dem Grunde befindlich ist, ohngefehr 2. Zoll hoch gethan, so daß der ganze Boden davon bedecket wird. Wenn nun der Forelle ordinair im December sein Leich ableget, so beonachtet man diese Zeit, und nimt ein Weibgen, und drücket von selbigem die Eyer, welches durch ein sanftes Streichen auf dem Bauche des Fisches sogleich erfolget, ohne daß man dem Fische leid thut, oder, wenn der Fisch geschlachtet werden soll, wird das Leich heraus genommen, in eine thönerne Schaale gethan, und zum Gebrauche hingesetzet, sodann nimt man das Männgen von den Forellen, streichet solchen gleichfals, und lässet die davon kommende Milch auf die in der Schaale befindlichen Eyer fliessen, und rühret solches durcheinander.

Mit dieser Schaale gehet man zu dem vorbeschriebenen Troge, streuet das Leich auf den Kiessand, und lässet sodann das Wasser in den Trog, macht den Deckel zu, und beobachtet weiter nichts, als daß das Wasser seinen beständigen Lauf behält, und die Drahtgitter von dem daran sich hängenden Unflat zu Zeiten gereiniget werde. Um den dritten oder vierten Tag öfnet man den Deckel und siehet darnach, ob das Leich etwa vom Schlamme überzogen ist, rühret mit der flachen Hand die obere Fläche des Wassers im Kasten etwas geschwinde, durch welche Bewegung die Eyer sich umwenden, und vom Schlamme reinigen, als welches alles ist, so ich von dem Herrn Erfinder zu beobachten erfahren habe.

Es werden auf diese Art von ihm ganze Quantitäten Forellen jährlich ausgebrütet, und hat er dabey entdecket, daß nachdem das Ey ausgebrütet worden, der junge Fisch unter dem Leibe eine Blase habe, welche ihm die erste Nahrung giebet, so aber nach und nach kleiner wird, zuletzt aber gar verschwindet. So lange aber dieses Bläsgen dauret, gönnet er ihnen den Aufenthalt in dem Kasten, nachhero aber lässet er sie in den Teich fliessen, da sie ihre Nahrung von selbst suchen.

Auf gleiche Art hat er es auch mit Lachsen probiret, und zwar mit gleich glücklichem Effecte. Ich wünsche von der zu machenden Probe ein gleiches zu erfahren; und bin A.



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