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Fischgesundheit ist nicht gleich Fischgesundheit!

siehe auch:

 

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"Fischgesundheit" ist nicht gleich "Fischgesundheit"!

 

Die Begrifflichkeit der „Fischgesundheit“ wirft auch bei oberflächlicher Betrachtung zunächst schon die Frage nach der „Gesundheit“ an sich und ihrer gesellschaftlich etablierten Definition auf!

Die WORLD HEALTH ORGANIZATION (WHO, 1946) definiert diese so:

Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity

Die moderne Medizin (Pschyrembel, 2007) verfolgt anscheinend dieses Verständnis als:

Das subjektive Empfinden des Fehlens körperlicher, geistiger und seelischer Störungen oder Veränderungen bzw. ein Zustand, in dem Erkrankungen und pathologische Veränderungen nicht nachgewiesen werden können

Da sich die Definition der WHO explizit auf den Menschen (der direkten Nachkriegszeit) bezieht und daher zu unserer Definitionsfindung lediglich als abstrakte Vorlage dient, die im moderneren (vielleicht auch zunehmend holistisch geprägten) Verständnis sogar noch einen besonderen „spirituellen“ Betrachtungsschwerpunkt auf „psychosoziale“ Aspekte legt (Larson, 1996), lässt sich zunächst nur feststellen, daß Gesundheit mehr sein muss, als das einfache Gegenteil, bzw. die einfache Abwesenheit von Krankheit. Vielmehr bedeutet sie darüber hinausgehend einen Zustand des subjektiven Wohlbefindens des Individuums (für uns hier: des Tieres), welches eine gewisse Vollständigkeit aufweisen muss, ein Aspekt, der sich zunehmend in der Betrachtung von "Environmental Enrichment" manifestiert. (s. z.B. Näslund & Johnsson, 2016 / Gerber u.a., 2015 / Corcoran, 2015 / Wilkes, 2011 / Strand u.a., 2010 / Williams u.a., 2009)

In der Tiermedizin (Wiesner & Ribbeck, 2000) erscheint die Gesundheitsdefinition ähnlich, als:

Form des Lebens, die sich durch selbstregulierende Konstanterhaltung der artspezifisch determinierten Strukturen und Funktionen gegenüber äußeren und inneren Einflüssen auszeichnet und die ihren Ausdruck in physischem und gegebenenfalls psychischem und sozialem Wohlbefinden findet

Aktuelle Ansätze zum tierischen Wohlbefinden sind insbesonders aus der fortlaufenden Tierschutz-Diskussion entnehmbar, da nach dem deutschen Tierschutzgesetz (weitere INFO) ausdrücklich neben dem Leben auch das „Wohlbefinden“ des Tieres zu schützen ist.

Als der größte anzunehmende Schaden, der einem Lebewesen zugefügt werden kann, ist wohl aufgrund seiner Irreversibilität der Tod anzusehen! (vgl. Lorz & Metzger, §1, Rn. 54)

Am Beispiel des sogenannten "Fischgesundheitsdienstes" in der Aquakultur lässt sich erkennen, daß es dort nicht wirklich um die (individuelle) Gesundheit der Fische geht, sondern um "Produktsicherheit" und "Qualitätssicherung" für den Menschen!

Im Rahmen einer echten "Tier-Medizin" kann kein Individuum geopfert oder übermäßig geschädigt werden um einen Bestand zu sichern, da es teleologisch zunächst analog zur "Medizin" immer um das Wohlbefinden des Einzelnen geht!

 

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