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Putzerverhalten beim Sonnenbarsch

 

Spall (1979) berichtet davon, dass ein mit über 90 Argulus infizierter und 3 kg schwerer Flachkopfwels (Pylodictis olivaris) in einem 700 Liter Becken mit 5 "Blauen Sonnenbarschen" und 3 „Langohr Sonnenbarschen“ (vermutlich Lepomis auritus) von seinen Parasiten befreit wurde. Die Barsche hielten sich zuvor schon 1 Monat in dem Becken auf und wurden mit normalem Pelletfutter gefüttert. Bereits Minuten nachdem der befallene Wels ins Becken kam, begannen 2 Langohr Sonnenbarsche damit Parasiten von seiner Haut zu fressen und scheuten sich auch nicht vor dem Maulbereich des größeren Raubfisches. Nach 24 Stunden war kein Argulus mehr auffindbar. Bei der Sektion eines der 5 Blauen Sonnenbarsche fanden sich ebenfalls Fischläuse im Magen.

Nach dem Beisetzen eines weiteren Welses, diesmal ohne Parasiten, zeigte sich bei den übrigen Sonnenbarschen wiederholt das gleich Verhalten, da diesmal allerdings keine Parasiten vorhanden waren, nahmen sie andere Fremdkörper von der Haut des neuen Welses auf.

Der Autor geht aber nicht davon aus, dass die beschriebenen Ergebnisse unter natürlichen Bedingungen sich zeigen würden.

 

Sulak (1975) beschreibt sowohl das intra-, als auch das interspezifische Putzerverhalten beim Blauen Sonnenbarsch in seinem natürlichen Umfeld in den Everglades. Innerhalb derselben Art werden größere Exemplare ausschließlich von kleineren geputzt, größere dagegen putzen auch andere Arten (Micropterus salmoides). Die größeren Sonnenbarsche zeigen ihren Bedarf an durch senken des Kopfes um 30° bis 90°, spreizten die Flossen und reduzieren ihre Körperfärbung, sodass dem Betrachter zunächst der Eindruck entstand es handele sich um einen sterbenden Fisch. Kleine Sonnenbarsche mit dunklerer Färbung fingen (nach bereits 30 Sekunden) an die betroffenen Verwandten an infizierten Körperstellen (insbesondere „weisse Stellen“) anzuknabbern. Die Erscheinung von weissen Stellen am Körper der Sonnenbarsche schien grundsätzlich einen „Putzreflex“ auszulösen auch wenn von dem betroffenen Fisch durch entsprechendes Verhalten der Bedarf nicht angezeigt wurde.

 

Powell (1984) beschreibt wie der Blaue Sonnenbarsch im Crystal River (Florida) Meeräschen (Mugil cephalus), welche zeitweilig aus dem Meer in Süßwassergebiete vordringen, putzt. Diese zeigen ihren Bedarf ebenfalls durch Verlassen des Schwarms, Senkung des Kopfes (um 10°) und Ruderbewegungen mit Schwanz- und Brustflossen an.

Er geht davon aus, dass dieses Verhalten, welches auch gegenüber Seekühen oder auch sogar stillstehenden Tauchern gezeigt wird, einfach die opportunistische Fähigkeit des Sonnenbarsches Futter auch kleinerer Größe von Oberflächen zu picken widerspiegelt.



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