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Tierarzt-Haftung

siehe auch:

 

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Zur Tierarzt-Haftung

Ein Tierarzt muss nicht auf dem neuesten Stand fortgebildet sein, denn: "Von einem solchen könne nicht verlangt werden, daß er sich jede Neuauflage eines Lehrbuchs beschaffe und auf Änderungen überprüfe." (BGH - VI ZR 201/75). Das liegt aber auch grundsätzlich daran, daß ein Tierarzt (auch bezüglich seiner Aufklärungspflichten - OLG Celle, 1 U 29/88) nicht mit einem Arzt zu vergleichen ist, sondern mit einem "mit wertvollen Maschinen befaßten Techniker" oder einem "Kunstrestaurator" (BGH - VI ZR 201/75) und nicht zuletzt auch "das haftungsrechtliche Risiko für den Tierarzt geringer sein kann, wenn er ein Tier tötet, als eine riskante Behandlung zu versuchen [...] Jedenfalls ist es anerkannt, dass nach der sofortigen Tötung eines Tieres (nur) die Anschaffungskosten zu ersetzen sind." (Deutsch & Spickhoff, 2008). Eine solche Sichtweise ist auch schlüssig, da sich die wirtschaftliche und rechtliche Zweckrichtung der tierärztlichen Tätigkeit "[...] auf Sachen, ja vielfach „Waren“ bezieht, und deshalb - begrenzt nur durch die rechtlichen und sittlichen Gebote des Tierschutzes - weithin nach wirtschaftlichen Erwägungen richten muß [...]" (BGH - VI ZR 201/75). (Weiteres in einschlägigen Urteilen, insb. analog im Bereich "Pferde-Recht" und Grundsätzliches bei Bleckwenn, 2014; s.a. Knoop, 2009)

Bei den i.d.R. geringen Streit-, bzw. Sachwerten hat der gemeine Tierarzt wohl kaum ein tatsächliches Prozess- oder Haftungsrisiko zu befürchten! Im direkten Vergleich zum Arzt, der durch seine hohe juristischen Verantwortung gegenüber seinen Patienten und aufgrund des aus seiner Tätigkeit meist resultierenden Tatbestandes der Körperverletzung stets "mit einem Bein im Knast steht" (§§ 223 ff. StGB), sind die tierärztlichen Pflichten gegenüber den Kunden, in möglicher Divergenz zu deren Erwartungshaltung, welche in mind. fahrlässiger Verfehlung zunächst evtl. nur den Tatbestand der Sachbeschädigung begründen, auch grundsätzlich so gering, daß i.d.R. eine Haftung kaum erstreitbar und somit wenigstens eine "Angst vor Strafe" (vgl. Kohlberg & Hersh, 1977 / Reimer, J. u.a., 1990) kaum gegeben erscheint! (Allerdings hat das Online-Laiensystem - wenn erst einmal zum "Internet-Pöbel" weitermutiert - eigene, evtl. weitaus schädlichere Mittel. Hier muss sich ein "selbstbewusster" Dienstleister auch unbeeindruckbar zeigen!)

 

[...]

 

 

#Nachfragen:

 

Nachfrage vom 22.11.2018:

Man sieht eben auch hier, daß Tiere praktisch nur Sachen sind!

§90a BGB:
"Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist."
§90 BGB:
"Sachen im Sinne des Gesetzes sind nur körperliche Gegenstände."

Tiere sind auch "körperliche Gegenstände", welche durch "besondere Gesetze" geschützt und auf welche "die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden" sind! Besonders ist auch meist die Auslegung dieser Gesetze! Der Rest ist eine Frage der individuellen Empathiefähigkeit und -bereitschaft!

 



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