FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018




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Warum springen Fische und was kann ich dagegen tun?!

 

Zunächst muss man sagen: „Fische springen, weil sie es können!“

Es sind uns bisher (noch) keine umfassend schlüssigen physiologischen oder ethologischen Erklärungen bekannt warum sie dieses unvorhersehbar tun. Vielmehr lässt sich beobachten, dass verschiedene Arten aus verschiedenen Gründen gerne einmal aus dem Wasser springen.

Anglern und Naturbeobachtern ist sicherlich oft aufgefallen, dass einzelne Fische in ihrem natürlichen Biotop öfters und ggf. wiederholt die Wasseroberfläche durchbrechen. Dieses an sich interessante Verhalten kann allerdings in der künstlichen Fischhaltung zu erheblichen Schäden, bis hin zum Tod am Ufer, neben dem Teich oder auf dem Boden neben dem Aquarium führen.

Aus unserer Erfahrung haben sich dabei interessante Phänomene gezeigt, so kann es vorkommen, dass Fische gezielt Lücken in der Aquariumabdeckung suchen und durch diese zu entkommen versuchen (z.B. Buntbarsche), ebenso haben es Fische geschafft, denen wir es nie zugetraut hätten, die widrigen Umstände zu überwinden. So entkamen uns kleine Guppies (einheimische Wildguppies) von ca. 2cm Länge durch einen Spalt zwischen Abdeckscheibe und Aquarium von ca. 1cm Breite und überwanden dabei eine Höhendifferenz von ca. 4-5 cm, sowie eine geschlossene Schwimmpflanzendecke (Lemna sp.). Vielleicht haben die Wasserlinsen als Zwischenstufe den Ausbruch aber auch begünstigt.

Eine Schlussfolgerung, dass Fische dieses tun, weil sie Parasiten hätten oder sich unwohl fühlten oder sonstiges sind spekulativ und unbelegt. Manche Arten üben dabei als „Wanderfische“ sogar nur ihr natürliches Verhalten aus (Welsartige, Aalförmige, "Saugwelse", "Saugbarben"..), da sie von Natur aus fremde Gewässer erschließen wollen oder an Land (ggf. nachts) jagen (Clarias sp., Channallabes apus etc., vgl. Van Wassenbergh et al., 2006; Fiedler, 1991). Bedürfniswidrig gehaltene Amphibien wie der Rotbauchmolch oder Krallenfrösche entkommen bei hohem Wasserspiegel auch sehr häufig und sollten sowieso nicht mit Fischen zusammen gehalten werden, die Molche können sogar aufgrund feuchter Adhäsion frei an der Scheibe hinaufklettern!

Ebenso sollte jeder Halter von Teichfischen (Goldfische, Koi-Karpfen, Orfen etc.) in Innenhälterungen diese mit einem Netz überspannen, die Fische können ohne Schwierigkeiten Höhendifferenzen, die ihrer eigenen Körperlänge entsprechen und wohl möglich noch mehr überwinden. Das Netz sollte ebenso stramm gespannt sein, sodass der Fisch sich nicht darin verwickeln kann.

Es kann oft ohne Abdeckung gut gehen, aber es kann ebenso unvorhergesehen, eben aus unbekannten Gründen jederzeit etwas passieren. Lediglich bei Goldfisch-Hochzuchten (Schleierschwänzen) konnten wir noch keinen einzigen Fall feststellen, hier reichte stets eine Höhendifferenz von ca. 10 cm ohne Netz aus, aber auch hier wäre es prinzipiell nicht auszuschließen.

Wenn ein Fisch nun unverhofft sein Wasser verlässt, so versucht er in der Regel wohl wieder zurückzukehren, bei Gartenteichen mit entsprechenden Uferzonen kann dieses gelingen, muss es aber nicht und am Aquarium wird es dies auch nicht. Fische sterben nicht sofort, sie verenden langsam. Sie ersticken sogar nicht nur einfach, da sie technisch gesehen ebenfalls an Land atmen können. Es ist vielmehr das Problem, dass sie austrocknen. Die Kiemen können auch außerhalb des Wassers Sauerstoff aufnehmen, solange sie feucht bleiben, hier stellt sich für den Fisch eher akut das Problem ein, dass sich die Oberfläche verkleinert, weil die Kiemenlamellen zusammenfallen.

Nakamura (1994) stellte fest, dass Karpfen unter bestimmten Bedingungen 3 bis 4,5 Stunden an der Luft überlebten, ebenso beim Goldfisch (1995), dass dieser (auch unter bestimmten Laborbedingungen) bis zu 7 Stunden überleben kann. Überleben heißt aber nicht, dass Fische diese Bedingungen auf jeden Fall überstehen, so werden sie mit Sicherheit sehr geschädigt und die Spätfolgen sind nicht abschätzbar. Stress, der dabei entsteht, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen so wurde berichtet (F&T, 11/2002), dass Karpfen, die nur 1 min. täglich aus dem Wasser genommen wurden zu 100% Prozent an einer folgenden parasitären Infektion gestorben sind, welche bei den ungestressten Kontrollfischen Verluste um 40% bedingte. Wie lange ein Fisch diesen Stress ohne Folgen übersteht ist sehr abhängig von den Umständen, so insbesonders die Lufttemperatur, die Fischtemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Sonneneinstrahlung etc..

Wenn nun ein Fisch neben seinem Becken aufgefunden wird, dann bleibt zunächst nicht Wichtigeres zu tun als ihm zu helfen in sauerstoffreichem Wasser die Kiemen durchströmen zu lassen. Man sollte es mit jedem Fisch versuchen, der noch nicht vollständig ausgetrocknet erscheint, da so mancher sich nach unserer Erfahrung vorläufig wieder erholen konnte (aber evtl. auch später in Folge verstirbt). Allerdings ist die Vermeidung solcher Situationen durch Nutzung passender Abdeckungen der wichtigste Punkt um die Gesundheit der Fische zu sichern!

 



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