FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018




Thema
Menü

FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018

Alle nicht-pflichtigen Inhalte dieser Internet-Präsenz sind unverbindlich und ohne Gewähr!  (weitere INFO!)

Gefährliche Realität: Therapie durch Laien?!

Zur Situation der Heilkunde bei Zierfischen in Deutschland - 10 Jahre später

 

2007:

Die Diagnostik und Therapie von Fischkrankheiten liegt größtenteils in Laienhand (vgl. Hoffmann, 1991). Zurückzuführen ist dies zum einen auf die geringe Anzahl fachlich versierter Tierärzte, zum anderen aber auch auf die fortschreitende Entwicklung differenzierter Kommunikationsmöglichkeiten im Laiensystem durch das Internet. Im Zuge der Bildung großer "Communities" im Internet, inhaltlich getragen durch Foren, Blogs und offene Informations-Datenbanken (sogenannte "Wikis") oder durch das einfache und kostengünstige Publizieren von Inhalten auf der eigenen Homepage, werden subjektive Informationen weltweit "gehandelt". Dadurch erwächst eindeutig der Eindruck, dass sich das Laiensystem in gewisser Weise selber kultiviert. In vielen interaktiven Plattformen, wie z. B. Internet-Foren, versuchen sich oft einzelne Laien durch wiederholte aber fragwürdige Hilfestellung in Sachen Fern-Diagnose und Therapie in der öffentlichen Meinung des "selbstkultivierenden Laiensystems" als "Fachleute" zu profilieren. Dadurch tragen sie aktiv und ggf. vorsätzlich dazu bei, dass das Professionellensystem, sprich die tierärztliche Praxis, unter der Begründung fehlender Kompetenz oder fehlender lokaler Hilfestellung gemieden wird.

Auch Fachhändler tragen dazu bei, durch den Verkauf verschiedener Medikamente und Chemikalien bis hin zum freiverkäuflichen Antibiotikum die Umstände für das betroffene Tier, sowie die Gesamtsituation sicherlich weiter zu verschlechtern. Der Aspekt des möglicherweise widerrechtlichen Verkaufs oder sonstiger Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente und daraus resultierende Resistenzen soll hier nur am Rande erwähnt werden (vgl. Lechleiter und Kleingeld, 2005). Ebenso finden sich im Internet Zusammenschlüsse von Hobby-Fischhaltern zum kostengünstigeren Bezug von arzneilichen Großgebinden zur schnelleren und kostengünstigeren Verfügbarkeit bei ungeklärten Verdachtsanwendungen.

 


 

2017:

 

Zur "Professionalität"

Der Begriff "Laie" kommt von der griechischen Bezeichnung "laikos" mit der Bedeutung "zum Volke [gr.: laos] gehörig" und beschreibt seit dem 14. Jhd. jemanden als "Ungebildet", bzw. "Ungelehrt in Wissenschaft und Kunst" und davon abgeleitet den "Nichtfachmann" als Nicht-Zugehöriger zu einer bestimmten Berufsgruppe (Pfeifer, 2014).

Die Profession kann abgeleitet werden vom lateinischen "profiteri", als ein sich öffentliches Bekennen ("fateri") zu/für irgendetwas ("pro-"), so im Besonderen zu einem (offiziell angegebenen) Gewerbe, Geschäft oder einer "Berufung". (Georges, 1869; Pfeifer, 2014)

Die Begrifflichkeit der "Profession", sowie der "Professionalisierung" finden ihre philosophisch-wissenschaftliche Betrachtung in der "Professions-" und "Berufs-Soziologie" (zur Einführung z.B. Pfadenhauer & Sander, 2010 / Mieg & Pfadenhauer, 2003 / Schmidt, 2008 / Voß, 1994 / Daheim, 1977 und auch Mellor, 2010 / Mossop, 2012)!

Der Begriff der "Profession" wird heutzutage umgangssprachlich einfach mit "Unternehmerschaft" gleichgesetzt und findet damit gerade im Zuge der skeptischen Betrachtung tierärztlichen Gewerbes pauschal nur diese oberflächlich passende Bedeutung.

 

Hinsichtlich einer soziologischen Betrachtung ist es ebenfalls auch nicht auszuschließen, daß das "kultivierte" Laiensystem sich professionalisieren könnte, im Falle der nicht-approbierten Tierheilpraktiker als "Krankheits-Behandler" ist dieses aber zu verneinen, da hier nicht einmal die verfügbaren tiermedizinischen (approbationsfähigen) Basis-Qualifikationen als minimale Kompetenz-Grundlage erworben und praktiziert werden! Da aber nicht wenige Tierärzte das lukrative "Voodoo-Gewerbe" auch für sich entdeckt haben (so auch der ganze Berufsstand mit entsprechenden Zusatzbezeichnungen) ist auch daher eine grundsätzliche Professionalisierung der Tierärzteschaft äußerst fraglich, da besonders hier nicht jede, bzw. evtl. keine tierärztliche Handlung einer wissenschaftlichen Hinterfragung standhält!

 

Da Tierärzte auf akute Krisen spezialisiert sind, bzw. zwangsläufig i.d.R. erst zu diesen konsultiert werden, ist, auf Basis eines vorhergehenden Umdenkens und entsprechender Kompetenz-Gewinnung auf allen Seiten, die Etablierung eines Prophylaxis-orientierten Gesundheits- und Pflegemanagements nötig. Dieses kann sich sowohl aus der Pathologie, als auch aus der eigentlich grundlegend zuzuordnenden Biologie entwickeln ("Bios versus Pathos"). Hier können daher sowohl Tierärzte als auch gewerbliche Nicht-Tierärzte sinnvoll zusammenarbeiten oder in Konkurrenz treten!

Zu vergessen ist nicht, daß die eigentliche Verantwortung für das Wohl der Tiere und somit die Vermeidung von Krankheit und akuten Krisen, sowie grundsätzlich auch das Recht und die Pflicht der Behandlung im Bedarfsfall zunächst ausschließlich bei dem Eigentümer (Art. 14 Abs. 2 Nr. 1 GG), bzw. unmittelbar dem Halter oder Betreuer liegt (§2 Abs.1 TierSchG), somit jeder Dienstleister auch höchstens nur ein (evtl. tierschutzrechtlich-relevant notwendiger) Erfüllungsgehilfe ist und in dem Umdenken sich - auch die Bereitschaft des Tierhalters die tatsächliche Primär-Verantwortung zu tragen und diese nicht nur gegen Bezahlung abgeben zu wollen - manifestieren muss!

 

Bei der Frage nach der "Gefährlichen Realität" kommt es grundsätzlich nicht auf eine bestimmte Berufszugehörigkeit an, sondern darauf, ob die Behandlung erkrankter oder gesunder Tiere ihrer Notwendigkeit entsprechend in tatsächlicher Kompetenz und Verantwortung liegt!

 

 

weiter:

Wichtig: Vertrauen aufbauen?!



Alle Rechte vorbehalten!

FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018
Inhalt
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
powered by CMSimple / pimped by FIBERI / best with Waterfox @ Desktop

FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2003 - 2018
Nicht-pflicht. Inhalte ohne Gewähr!
Alle Rechte vorbehalten!
fiberi.de