FIBERI - Fisch(erei) Beratung Ritter 2018




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Im Studium nach wie vor Randbereich?!

Zur Situation der Heilkunde bei Zierfischen in Deutschland - 10 Jahre später

 

2007:

Der Tierarzt, welcher standesgemäß dazu berufen ist, die Krankheiten der Tiere zu heilen und Leid abzuwenden, bzw. diesem vorzubeugen, trägt die ethische Verantwortung, sich auch der Fische als Vertreter der im Tierschutzgesetz besonders geschützten Wirbeltiere anzunehmen. Hoffmann (2005) weist zu Recht darauf hin, dass Fische und ihre Krankheiten zwar zweifellos in den Bereich der Tiermedizin gehören, allerdings in der Ausbildung des Veterinär-Studenten ("teilweise") vernachlässigt werden, obgleich der tierärztliche Berufsstand mehr denn je gefordert wird, seine Kompetenz einzubringen.

Tatsächlich zeigt sich bei genauerer Betrachtung der Vorlesungsverzeichnisse tiermedizinischer Lehrstätten, dass die Fischheilkunde, sofern sie nicht noch zusätzlich mit der Heilkunde für Reptilien und Bienen in wenigen Wochenstunden zusammengefasst wird, insgesamt einen so geringen Anteil in der veterinärmedizinischen Ausbildung einnimmt, dass approbierte Tierärzte sich später ohne zusätzliche Fortbildung nicht in der Lage sehen, den Gesundheitszustand von Fischen wenigstens grundsätzlich einschätzen bzw. auf diesen fachgerecht einwirken zu können. Die gegenwärtige hochschulpolitische Entwicklung, welche den Studierenden grundsätzlich eine noch straffere Planung abverlangt, dürfte wohl ein Übriges dazu beitragen, dass eine Kompetenzentwicklung bezüglich Fischheilkunde im Rahmen der breitgefächerten Grundausbildung nicht möglich erscheint.

 


 

2017:

 

Zur "Berufung"

Die Bundestierärzteordnung (BTÄO) schreibt vor:

§1, Abs.1

Der Tierarzt ist berufen, Leiden und Krankheiten der Tiere zu verhüten, zu lindern und zu heilen, zur Erhaltung und Entwicklung eines leistungsfähigen Tierbestandes beizutragen, den Menschen vor Gefahren und Schädigungen durch Tierkrankheiten sowie durch Lebensmittel und Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen und auf eine Steigerung der Güte von Lebensmitteln tierischer Herkunft hinzuwirken.

in der "Muster-Berufsordnung" (MBO - Stand: 22. März 2014) des "Bundestierärztekammer - Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e.V." (nachhaltig vom Berufsstand fälschlich und unprofessionell irreführend als "Bundestierärztekammer", und daher konsequent auch von naiven Mitläufern so benannt) findet sich der Anspruch des ersten Satzes wie folgt wieder:

§2, Abs.2

Tierärztinnen und Tierärzte haben insbesondere die Aufgabe, Leiden und Krankheiten der Tiere zu verhüten, zu lindern und zu heilen, das Leben und das Wohlbefinden der Tiere zu schützen und sie vor Schäden zu bewahren, zur Entwicklung und Erhaltung gesunder Tiere in allen Haltungsformen beizutragen und den Menschen vor Gefahren und Schäden durch vom Tier übertragbare Krankheiten oder durch Lebensmittel und Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen.

Diese MBO definiert aber vorher schon:

§2, Abs.1, S.1

Tierärztinnen und Tierärzte dienen dem Allgemeinwohl und tragen bei der Ausübung ihres Berufes in hohem Maß Verantwortung für die Gesundheit von Mensch und Tier. [...]

und zeigt damit zutreffend, daß in einer anthropozentrischen Gesellschaft das Tier stets zweitrangig ist (vgl. §1 Abs. 1, Nr. 4, TAppV), dennoch hat der Tierarzt die berufliche Verpflichtung sich um Leid und Krankheit der Tiere zu kümmern und muss dabei auch die Fische berücksichtigen. Der "besondere Schutz der Wirbeltiere" ist auch nur in Relation zu minderwertig definierten Tierarten zu sehen (Wirbellosen).

Ergänzend, zur "alten Nazi-Deklaration" : "...ist der berufene (Be-)Schützer/Anwalt der Tiere" (oder Ähnliches) siehe Schäffer & König (2015), sowie Giese & Kahler (1934).

Wahre Berufung muss von Innen kommen! Ein "professioneller" Tierarzt (der mit seiner ihm zugefallenen Teilwortbezeichnung dejure und defacto weder ein "Arzt", noch zu den "ärztlichen" Berufen gehörig, sondern nicht nur von seinem Ursprung her grundsätzlich der Land-, bzw. Tierwirtschaft zuzuordnen ist!) muss (wie jedes Individuum) im Rahmen seiner eigenen Entwicklung einen soliden Standpunkt zum Leben finden, bzw. sich erarbeiten und darüber hinaus seine Einstellung zu Lebewesen (inkl. Fischen und Menschen) selbstbewußt und stets neu reflektiert für seinen Beruf ableiten können!

 

Inwiefern die Tierärzteschaft tatsächlich gefordert ist sich in der täglichen Praxis der (Zier-)Fische anzunehmen ist fraglich, es erscheint aber kein Maß zu erreichen, welches sich auf die tierärztliche Grundausbildung gemäß TAppV auszuwirken scheint (s.a. Ehlers. u.a., 2008).

Leider hat die tierärztliche Ausbildung es völlig versäumt sich basis-qualifizierend weiter zu entwickeln, die neuen Chancen stecken in einem vollumfänglich revidierten konsekutiven Studium (vgl. vetline, 2008a), in Annäherung an die Ausbildung in anderen Ländern (s.a. Pohl, 2003 / Strobel, 2003 / Buck, 2004) und evtl. unter Einbeziehung und Reformierung der TFA-Ausbildung (vgl. Eifler, 2006). In Folge der verpassten Änderung kann das tierärztliche Approbations-Studium hier leider nur noch prinzipiell als veraltet und rückständig angesehen werden! Daher kommt es umso mehr auf den individuellen Praktiker an aus den Grundlagen seiner mangelhaften Generalisten-Ausbildung tatsächlich konstruktiv und nachhaltig etwas zu schaffen, um sich auf seine tatsächlichen Einzelfälle spezialisiert als befähigter "Tierheilbehandlungs-Ingenieur" ("approbierter Tierheilpraktiker") zu erweisen!

 

 

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Fortbildung gestaltet sich schwierig?!



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